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Zahnarztpraxis Julija Lengle
Matthias-Erzberger-Str. 9
40595 Düsseldorf
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Paradontologie

Im folgenden Abschnitt möchten wir Sie über die Parodontologie informieren und Ihnen folgende Themen vorstellen:


Parodontitis

Die Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparats und nach Karies die häufigste Ursache für Zahnverlust. Die Erkrankung ist unabhängig vom Alter und kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Es können einzelnen Zähne betroffen sein aber auch das gesamt Gebiss davon befallen werden. Die Hauptursache der Erkrankung beruht auf den bakteriellen Belägen (Plaque), die sich erst oberhalb des Zahnfleisches ausbreiten und dann, ohne vorsorgliche Mundhygiene, zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen können. Diese sogenannte Gingivitis ist eine Erkrankungsform, die nach sorgfältiger Entfernung der Beläge und durch eine professionelle Zahnreinigung ohne Folgeschäden ausheilen kann, so dass sich das Zahnfleisch wieder erholt und gesundet. Werden diese bakteriellen Beläge nicht rechtzeitig entfernt, legen sich die Krankheitserreger allmählich in die Zahnfleisch-taschen und Wurzeloberflächen fest. Eine lokale Entzündung, die anfänglich ohne Beschwerden verläuft, ist eine Folgereaktion des Körpers. Zahnfleischbluten und Mundgeruch können dabei als Warnsignale gelten. Die Zahnfleischblutung kann durch die verengten Gefäße bei Rauchern komplett ausbleiben, obwohl die Krankheit bereits sehr vorangeschritten ist. Machen sich in dem Zusammenhang Schmerzen, Zahnlockerung, Zahnwanderungen oder gar Abszesse auf, ist die Erhaltbarkeit der Zähne stark gefährdet. Der Zahnhalteapparat ist in diesem Stadium bereits sehr beschädigt. Zahnfleischrückgang und Knochenabbau sind die fatalen Folgen, die eintreten.
Aus diesem Grund ist die Gesundheit Ihrer Zähne und Ihres Zahnhalteapparats für uns die oberste Priorität. Daher haben wir die Behandlung der Parodontitis zu unserem Kernbereich gemacht. Gerne beraten wir Sie über die Risiken der Parodontitis und zeigen Ihnen die Möglichkeiten zur Prophylaxe auf. Wir unterstützen Sie gerne im Rahmen der parodontalen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen.


Periimplantitis

Da die Implantatverankerung im Knochen der natürlichen Verankerung der Zähne ähnelt, können Bakterien und Beläge auch an Implantaten Zahnfleischentzündungen verursachen, die, wenn sie über längere Zeit unbehandelt bleiben, auf den Kieferknochen übergreifen. In Anlehnung an die Parodontitis natürlicher Zähne, wird die Entzündung des Implantatbetts als Periimplantitis bezeichnet. Die Folgen sind Zahnfleischtaschen, Knochenabbau und Lockerung des Implantats bis hin zum Implantatverlust. Auch funktionelle Veränderungen können zu Fehlbelastungen am Implantat führen und den natürlichen Knochenabbau beschleunigen oder eine Lockerung des Aufbaus bewirken. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen als Implantatträger eine halbjährliche Kontrolluntersuchung, sowie eine regelmäßige professionelle Reinigung.


Risikofaktoren einer Parodontitis und ihre Auswirkung auf die Allgemeingesundheit

Neben bakteriellen Belägen als Hauptrisikofaktor spielen bestimmte Allgemeinerkrankungen, Störungen des Immunsystems, genetische Faktoren sowie Rauchen und Stress eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Parodontitis. So belegen Studien: wer mehr als zehn Zigaretten am Tag raucht, hat ein siebenmal höheres Parodontitisrisiko als ein Nichtraucher. Auch die Behandlungsergebnisse sind im Vergleich zu denen von Nichtrauchern deutlich schlechter, da die Regenerationsfähigkeit des Gewebes durch das Nikotin beeinträchtigt ist. Das Risiko erneut zu erkranken ist ebenfalls generell erhöht und häufig bleibt wenig Zeit zum Eingreifen. Auch Diabetiker haben aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte allgemein ein geschwächtes Immunsystem und damit ein etwa ein dreifach höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt hat aber auch eine bestehende Parodontitis negative Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit. Beispielsweise erschwert sie die Einstellung des Blutzuckers bei einem Diabetes mellitus oder begünstigt die Entstehung von Herz- und Lungenerkrankungen. Bei schweren Formen der Parodontitis besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.


Parodontaltherapie

Ein großer Fortschritt in der modernen Parodontitistherapie ist die Anwendung ultraschallgestützter Instrumente und mikroabrasiver Verfahren (z.B. Vector, Dürr Dental). Die maschinelle Reinigung führt, im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Handinstrumenten, nicht nur zu einer deutlichen Reduktion der bakteriellen Beläge in den Zahnfleischtaschen und damit zu besseren klinischen Ergebnissen, sondern ermöglicht auch eine sorgfältige gewebeschonende und zugleich für Sie angenehme Behandlung.

Parodontalchirurgie und regenerative Verfahren

Bei tiefen Zahnfleischtaschen kann eine gründliche Reinigung der Wurzeloberflächen unter Sicht nur im Rahmen eines parodontalchirurgischen Eingriffs erfolgen. Da bei starkem Knochenverlust der Zahnerhalt trotz erfolgreicher Behandlung langfristig gefährdet ist, können regenerative Verfahren, wie beispielsweise die gesteuerte Geweberegeneration (GTR) unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise Neubildung des verlorengegangenen Stützgewebes ermöglichen. Mit Knochenersatzmaterialien können tiefe Knochendefekte sogar aufgebaut werden, indem sie vom Körper in eigenen Knochen umgewandelt werden und so zu einer Reduktion der Zahnfleischtasche führen.

Adäquate Antibiotikatherapie

Bei besonders schweren Formen der Parodontitis oder unter bestimmten Umständen kann auch eine therapiebegleitende Antibiotikagabe angezeigt sein. Im Vorfeld wird eine mikrobielle Keimbestimmung zur Analysierung der parodontalpathogenen Mikroflora durchgeführt, um das Antibiotikapräparat speziell auf die Keime abstimmen zu können. Darüberhinaus gibt der Test Aufschluss über Risiko und Prognose der Parodontitis

Nachsorge und Weiterbehandlung

Bilden sich nach erfolgreich abgeschlossener Parodontalbehandlung ästhetisch beeinträchtigende „dunkle Dreiecke" zwischen den Zähnen, können diese mit Komposit- oder Keramikveneers ausgeglichen werden. Zahnfleischrückgang an den Außenflächen der Zähne, sogenannte Rezessionen, können mikrochirurgisch mit einem Gewebetransplantat oder einer Verschiebeplastik behandelt werden.
Ohne konsequente Nachsorge und professionelle Zahnreinigung kann es zu einer Reinfektion und damit zum Fortschreiten der Parodontitis kommen. Wir empfehlen Ihnen daher eine regelmäßige und engmaschige Kontrolle im Rahmen der Unterstützenden Parodontitis Therapie (UPT).